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DER STEIN MIT DEN STERNEN

Der Unspunnenstein ist wieder aufgetaucht - behauptet der Berner Fotograf Michael von Graffenried. Von Lukas Häuptli.
Zürich. - Die Geschichte tönt abenteuerlich: Michael von Graffenried, gerade mit Fotoarbeiten über die Béliers beschäftigt, wird von den jurassischen Jungseparatisten ins belgische Charleroi geschickt. Dort steigt er in einen Bus und wird "an Station 23 oder so" (von Graffenried) von drei Unbekannten abgeholt. Weiter gehts per Auto und mit verbundenen Augen. Dann, in einem feuchten Weinkeller, sieht er, was ihm die Béliers vorausgesagt hatten: den Unspunnenstein, das seit 15 Jahren vermisste Wahrzeichen der Schweizer Steinstosser- und Schwingerfreunde.

Wahr und nochmals wahr

Michael von Graffenried filmt und fotografiert, verkauft die Dokumente der "Tagesschau" von SF DRS und der "Schweizer Illustrierten", beides wird am Montag veröffentlicht. Nur - Film hin, Fotos her -, wie wahr ist die Geschichte? "Wahr und nochmals wahr. Ich habe ja immer die Wahrheit erzählt", beteuert von Graffenried. Ob der Stein allerdings tatsächlich der Unspunnenstein ist, den die Béliers 1984 aus dem Touristikmuseum Interlaken gestohlen haben, will ausser von Graffenried niemand bestätigen. "Um das feststellen zu können, müsste ich ihn anfassen", sagt Urs Liechti, Präsident des Turnvereins Interlaken, dem der Unspunnenstein offiziell gehört. Christoph Wyss vom Touristikmuseum hat den Stein "etwas weniger braun in Erinnerung", und Fritz Oester, OK-Präsident des letzten Unspunnenfestes von 1993, hält "alles für möglich - gerade in der heutigen Zeit". Wie auch immer: Michael von Graffenried schlägt vor, dass am nächsten Unspunnenfest wieder mit dem Original gestossen wird. Daran will Liechti aber nicht glauben: Sie hätten seit 13 Jahren einen Ersatzstein und damit keine Probleme.

Nicht mehr 83,5 Kilogramm

Und noch etwas: "Nach all dem, was die Béliers in den Stein gemeisselt haben, wiegt der jetzt sicher nicht mehr 83,5 Kilogramm." Laut von Graffenried nämlich sollen neben den ursprünglichen Jahreszahlen 1805 und 1905 die Inschrift "groupe bélier", das Datum der EWR-Abstimmung, 6. 12. 1992, und zahlreiche Europasterne auf dem Stein stehen.